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EM - Tag 5 - Tristesse auf der Fanmeile (Sonstiges)

steph, Mittwoch, 13. Juni 2012, 14:50 (vor 2980 Tagen) @ Chriz81

beste Spiel der EM, und schon wieder ein tiefster Tiefpunkt, diesmal eben ARD

EM - Tag 5
eigene Wohnung
Griechenland - Tschechien, Polen - Russland

Während die Vollsperrung der Straße des 17. Junis für Autofahrer ein größeres Ärgernis darstellt, ist sie für den Radfahrer ein Glücksfall. Zwar ist der Weg von der Museumsinsel kommend mehr als beschwerlich, führt an Bus- und Taxischlangen vorbei, doch als ich den Reichstag erreicht habe und auf die Straße des 17. Junis abbiege, bietet sich ein beeindruckendes Szenario. Die Hyundai-Fanmeile ist bis auf ein paar Touristen menschenleer, vor den Ständen lungert das Verkaufspersonal in der Mittagssonne, die Straße kann auf ganzer Breite befahren werden, ohne dass ich mir größere Gedanken um meine Gesundheit machen müsste.

Die Vorteile der EM 2012 sind offensichtlich, endlich wird Berlin zu einer fahrradfreundlichen Stadt. Doch innerhalb des S-Bahn Rings hält sich die Euphorie bislang doch arg in Grenzen. Auf meinem weiteren Weg durch die Stadt sehe ich vielleicht eine handvoll Autos mit Deutschland-Beflaggung, die tiefergelegten Golfs haben dazu noch die obligatorischen Außenspiegelschoner, aber letztendlich sind in diesem Teil Berlins immer noch mehr Justiz-Wagen als Deutschland-Fans unterwegs. So weiter ich mich später vom Ring entferne, umso größer wird die Euphorie.

In Pankow aber herrscht Ruhe. Das Kinderparadies Florastraße wartet mit ganzen vier Deutschlandfahnen auf, nur vereinzelt stehen hier die Fernseher vor der Tür, der Plattenteller hat bereits vor der EM die Segel gestrichen. Der Laden steht zur Vermietung. Ein Stück weiter die Florastraße hoch wirbt die nächste Kneipe mit "1 Schnaps für jedes Deutschland-Tor", was bei den anstehenden Spielen der Gruppe A keinen großen Anreiz für mich ausübt. "1 Schnaps für jedes BVB-Tor!" und ich hätte mich zumindest zum zweiten Spiel überreden lassen können. Aber das hier ist Berlin, nicht Dortmund.

Also schaue ich daheim. Zum ersten Mal während der EM verfolge ich somit das Grauen namens Berichterstattung. Natürlich, gestern bereits hatte ich mich über Wark beschwert, aber der ist immerhin Kommentator und während des Spiels unvermeidlich. Aber was sich der zynische Haufen namens ARD um das Spiel Polen gegen Russland rausnimmt, kotzt mich dermaßen an. Nicht nur, dass Tom Bartels während des Spiels entweder über den "sympathischen Mann auf der rechten Seite" redet, dem man "bei aller gebotenen Neutralität" das Tor auch gönnt "als Mensch", nein auch im Interview nach dem Spiel gibt es nur ein Thema. Der große Melancholiker nimmt es gelassen, er überhört die Frage.

Ebenfalls erstaunlich: Die Bildregie. Es gibt keine Stadion-Totale. So ist das Spiel nach dem Tor der Russen zwar für eine Minute unterbrochen, was aber passiert ist, bleibt außen vor. Die Ausschreitungen vor dem Stadion werden immer wieder thematisiert, Fragen dazu aber verbietet sich die UEFA. Laut Spiegel-Mann Rafael Buschmann weist sie direkt nach dem Spiel darauf hin, dass man keine Fragen zur Randale stellen darf. Gerade der deutschen Presse wird das schwer fallen. Hatte sie doch in der Endphase der Bundesliga ausschließlich Fragen zur Randale, nicht aber zu den Spielen gestellt.

Ich beantrage eine Platzsperre für die nächsten Spiele. Es geht wieder raus in die Stadt, ohne das Geschwafel der TV-Anstalten. Auf das Kroatien-Spiel freue ich mich ganz besonders.

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